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Hefe - Historie

Bereits Müller-Thurgau beschäftigte sich mit "reinen Hefen". Dessen Arbeiten führte in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts und in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Prof. Wortmann in Geisenheim weiter. 1894 wurde die erste deutsche Hefereinzuchtstation in der Königlichen Lehranstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau zu Geisenheim am Rhein gegründet.

Später folgten diesem Vorbild Institutionen in Deutschland und in aller Welt. Durch die Isolierung von Reinzuchthefen und ihren Einsatz in der Praxis konnte eine wesentliche Qualitätssteigerung der Weine erreicht werden.

Die Flüssighefen aus den Reinzuchtstationen mussten im Weingut weitervermehrt werden. Für die Gäransätze wurden größere Mengen an Most abgekocht und später wieder abgekühlt, bevor die Reinzuchthefe zugegeben werden konnte. Dieser hohe, nötige Aufwand verhinderte unter anderem die weitergehende Verbreitung. Auch erste Trocknungsversuche schlugen bereits in den 20er Jahren fehl.

Doch in den 70er Jahren gelang der epochale Durchbruch: Erbslöh Geisenheim stellte auf der Weinfachmesse Intervitis 1975 den ersten vollaktiven Hefestamm Hefix als Trockenpräparat vor. Eine Revolution zur Qualitätsverbesserung in der Weinbereitung war gelungen. Eine neue Ära der kontrollierten reintönigen Gärung hatte begonnen.

Mittlerweile wurden schonendere Produktionsverfahren, vor allem im Bereich der Hefetrocknung entwickelt. Die Lebendzellzahlen sind bis zum Optimum erhöht. In Verbindung mit den verschiedensten Institutionen im In- und Ausland konnten hervorragende praxisgerechte und anwendersichere Selektionen von Hefestämmen für  die verschiedensten Einsatzbereiche zur Verfügung gestellt werden. Die Trockenreinzuchthefen von Erbslöh Geisenheim sind ausgereifte biotechnologische Präparate für die verschiedensten Anwendungsziele. Die Zukunft lässt noch einiges erwarten!
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